Rückschau und Ausblick 2016/2017

Das Jahr 2016 war für den Bund der Kriegsblinden Deutschlands e.V. ein Jahr mit wenig Licht und viel Schatten. Die Anzahl unserer Mitglieder ist erneut stark gesunken. Gehörten im Januar 2016 zu unserem Verband noch 371 Kameradinnen und Kameraden sowie 695 Kameradenwitwen/-witwer sind es im Januar 2017 nur noch 328 Kameradinnen und Kameraden sowie 602 Kameradenwitwen/-witwer. Dementsprechend haben sich auch die Einnahmen aus den Mitgliedsbeiträgen verringert, was unsere finanzielle Lage erheblich schmälert.
Ein besonders schmerzhafter Einschnitt in unser Verbandsleben war die Schließung des letzten vom Bund unterhaltenen Kursanatoriums in Bad Pyrmont zum 31. Mai 2016. Viele Mitglieder haben das Kursanatorium über Jahrzehnte hinweg genutzt. Hier konnte man sich unter Gleichgesinnten frei bewegen. Hier kamen Freundschaften zustande und nicht zuletzt gab es viele gesundheitsfördernde Anwendungen. Die Schließung der Einrichtung war jedoch unumgänglich. Die Auslastung des Hauses betrug zuletzt nur noch rund 40 %, weshalb bei Fortsetzung des Betriebes ein jährlicher Verlust von 140.000 Euro entstanden wäre. Aber trotz der Schließung haben sich für den Bund erhebliche finanzielle Belastungen ergeben. An Abfindungen für das Personal, das Kündigungsschutzklagen erhoben hatte, mussten wir 58.803 Euro zahlen. Für Rechtsanwaltskosten, die nur teilweise durch unsere Rechtsschutzversicherung abgedeckt waren, verblieb für den Bund ein Anteil von 15.225 Euro. Ferner fallen für den Bund laufende Kosten von monatlich rund 3.100 Euro für Versicherungen, den Wachdienst und Energiekosten an. Wie bekannt, bemühen wir uns intensiv um den Verkauf der Immobilie. Inzwischen liegt uns auch ein namhaftes Angebot eines ernsthaften Kaufinteressenten vor. Jubeln wollen wir aber erst dann, wenn der notarielle Kaufvertrag unterzeichnet ist; denn in der Vergangenheit haben wir schon einige Male unerwartete Rückzieher von Kaufinteressenten hinnehmen müssen.
Als einziges Kursanatorium unseres Verbandes verbleibt für unseren Personenkreis nur das vom Landesverband Westfalen unterhaltene Kursanatorium Hochsauerland in Brilon. Nutzen Sie dieses Haus für Kuren und Erholungsaufenthalte; denn nur bei guter Auslastung kann diese Einrichtung noch mehrere Jahre betrieben werden.

Das Senioren- und Pflegezentrum in Braunlage, das während der letzten Monate zu 96 % ausgelastet war, steht ebenfalls zum Verkauf an. Auch hier gibt es einen ernsthaften Kaufinteressenten. Also warten wir ab.
An dieser Stelle möchte ich Reinhard Zimmermann und FriedrichWilhelm Pingel, den Sachbearbeitern für die Kurfürsorge, für ihren enormen Arbeitseinsatz danken. Sie haben viele viele Male Kaufinteressenten durch das Objekt in Bad Pyrmont und das Objekt in Braunlage geführt. Sie haben langwierige Verkaufsverhandlungen geführt. Sie haben eine Vielzahl von Verträgen, die das Kursanatorium in Bad Pyrmont betrafen, gekündigt bzw. an die Stilllegung angepasst und sie haben Personalprobleme, die in Braunlage aufgetreten waren, gelöst oder zumindest geglättet. Besonderer Dank auch Jürgen Voß, unserem Sachbearbeiter für Sozialrecht. Er kämpft seit Jahren zum Wohl unserer Mitglieder gegenüber dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales für eine gerechte und gesetzesmäßige Behandlung des Berufsschadens- und Schadensausgleichs. Inzwischen hat seine Arbeit, was die Berechnung der Vergleichseinkommen ab 2009 angeht, auch Früchte getragen.

In der Zeit vom 6. bis zum 8. Juni 2016 fanden in Weimar der 23. Bundesdelegierten-tag sowie die Feier zum hundertjährigen Bestehen des BKD statt. Wegen der Einzelheiten kann auf den ausführlichen Artikel der Schriftleiterin Christa Schmidt in der ZDK 3/2016 verwiesen werden.

Sorgen haben uns der Landesverband Berlin Brandenburg und der Landesverband Nord bereitet. Beiden Landesverbänden ist es im Wahljahr 2016 nicht gelungen, einen Vorstand zu wählen. Auch zum Anschluss an einen anderen Landesverband ist es nicht gekommen. Angesichts dieser Sachlage gelten die Regelungen in § 17 Absatz 1 und 2 unserer Satzung. Dort heißt es:

"(1) Wahlen für die Ämter der Delegierten und der Vorstandsmitglieder sind in jedem dritten Kalenderjahr (Wahljahr) durchzuführen (Ordentliches Wahlverfahren).

(2) Die Amtszeit der Vorstandsmitglieder und Delegierten endet
1. mit Ablauf des Wahljahres, in dem entgegen der Vorschrift des Abs. 1 kein Ordentliches Wahlverfahren stattgefunden hat;"

Dementsprechend endet die Amtszeit des bisherigen LV-Vorstandes mit Ablauf des 31. Dezember 2016.

Damit ist der Landesverband Berlin Brandenburg und auch der Landesverband Nord ab dem 01.01.2017 als aufgelöst zu betrachten, was bedeutet, dass seine Mitglieder der Verwaltung des Bundes unterfallen und das Vermögen des LV auf den Bund übergeht. Als Vertrauensperson im Sinne von § 5 Abs. 5 der Bundesordnung haben sich dankenswerter Weise für den Landesverband Berlin Brandenburg Frau Doris Pufke und für den Landesverband Nord Frau Birgitta Skiba zur Verfügung gestellt. Bedauerlicher Weise haben seit Oktober 2016 12 Mitglieder des ehemaligen Landesverbandes Berlin Brandenburg ihren Austritt aus dem BKD erklärt.

Das im Fürsorgeverein Berlin Brandenburg vorhanden gewesene Kapital von mehreren Millionen Euro ist in die neu gegründete Kriegsblindenstiftung Berlin Brandenburg, bei der es sich um eine teilweise Verbrauchsstiftung handelt, überführt worden. Vorrangiger Zweck der Stiftung soll es sein, Hilfen für Kriegsopfer, Kriegshinterbliebene und Kriegsbeschädigte zu gewähren. Nachrangig sollen Wissenschaft und Forschung, hier besonders Augenheilkunde, gefördert werden. Die nachrangige Förderung soll erst dann greifen, wenn keine Kriegsopfer mehr vorhanden sind. Ob es aus Gründen der Solidarität gerechtfertigt gewesen wäre, einen Teil des im Fürsorgeverein vorhandenen Kapitals dem Bund zuzuwenden, mag dahingestellt bleiben.

Die Jurysitzung zur Vergabe des Hörspielpreises der Kriegsblinden fand 2016 am 1. März in München beim Bayrischen Rundfunk statt. Wie im vorangegangenen Jahr bestand die Jury neben der Vorsitzenden Anna Dünnebier aus sieben sehenden Fachkritikern und sieben blinden Juroren. Zum Kreis der blinden Juroren gehörten: Christa Schmidt, Johann Dressing, Hans-Dieter Hain, Dr. Paul Baumgartner, Dr. Dietrich Plückhahn, Dr. Siegfried Saerberg und Melanie Schäfer.

Gemäß der im Jahr 2012 geänderten Statuten werden für die Endentscheidung bei der Preisverleihung drei Hörspiele nominiert, und zwar waren das in 2016 die Hörspiele "Und jetzt, die welt" von Sibylle Berg (MDR), "the King is gone" von Andreas Ammer und von Micha und Markus Acher (BR) sowie "Die lächerliche Finsternis" von Wolfram Lotz (SWR).
Jedes Jurymitglied musste per Briefwahl seinen Favoriten benennen. Das Ergebnis der Briefwahl wurde dann erst eine Woche vor der Preisverleihung bekannt gegeben. Die Preisverleihung fand am 11. Mai 2016 beim Deutschlandradio in Köln statt. Den Preis erhielt das Hörspiel "Und jetzt, die Welt". Bei diesem Hörspiel agiert in sehr virtuoser Weise nur eine Sprecherin, nämlich Marina Fränk.

Die nächste Jurysitzung wird am 2. März 2016 in Wien beim Österreichischen Rundfunk (ORF) stattfinden. Klaus Bartels ist auf Grund gesundheitlicher Probleme nicht mehr in der Lage, an Jurysitzungen teilzunehmen. Wir danken für seine langjährige Mitarbeit und wünschen ihm gute Besserung. Erich Kuttner, dessen Diskussionsbeiträge wir sehr geschätzt haben, ist leider verstorben. Anna Dünnebier hat den Juryvorsitz nach zehnjähriger Amtsausübung niedergelegt. An ihre Stelle wird Gabi Hartel treten. Wir danken Anna Dünnebier für ihren unermüdlichen Einsatz. Sie hat es in hervorragender Weise verstanden, die dann und wann divergierenden Auffassungen der blinden Laien und der sehenden Fachkritiker zu moderieren.

Der renommierte Hörspielpreis der Kriegsblinden leistet nach wie vor einen maßgeblichen Beitrag zur Förderung der besonders in unserem Kreis geschätzten Hörspielkultur. Nicht zuletzt ist die in der Presse und in Rundfunkbeiträgen veröffentlichte Preisverleihung geeignet, unserem Verband in der Öffentlichkeit Gehör zu verschaffen.

Für die grundsätzliche Frage, wie es mit dem Bund der Kriegsblinden zukünftig weitergehen soll, ist, wie ich meine, erst nach Veräußerung unserer Häuser in Bad Pyrmont und in Braunlage hinreichend Raum. Erst dann könnte man über eine etwaige Auflösung des Bundes und über eine eventuelle Fortführung der Landesverbände nachdenken. Vorerst müssen wir leider davon ausgehen, dass weitere Landesverbände und Bezirke nicht mehr in der Lage sind, satzungsgemäße Vorstände aufzustellen. Der Bundesvorstand wird sich bemühen, die dadurch auftretenden Probleme zu meistern. Auch das vom Landesverband Bayern entwickelte Modell sollte in Betracht gezogen werden: Formelle Auflösung der Bezirke, deren Mitglieder jedoch durch einen einzelnen Bevollmächtigten vertreten werden.

Abschließend bleibt mir nun nur noch, allen Kameradinnen, Kameraden, Kameradenwitwen und ihren Angehörigen, aber auch allen anderen Leserinnen und Lesern unserer Zeitschrift ein gutes, glückliches und zufriedenes Jahr 2017 in Gesundheit und Frieden zu wünschen.

Hans-Dieter Hain
Bundesvorsitzender

Rückschau und Ausblick 2015/2016

von Reinhard Zimmermann, Bundesvorsitzender des Bundes der Kriegsblinden Deutschlands


Leider komme ich auch in dieser Rückschau nicht umhin, einen Blick auf die Entwicklung der Mitgliederzahl unseres Verbandes zu werfen und weil diese Entwicklung maßgeblich für viele Entscheidungen des abgelaufenen Jahres war, gehe ich hierauf gleich zu Beginn meiner Ausführungen ein.

In der Zeit vom 01.01.2015 bis zum 31.12.2015 sank unsere Mitgliederzahl von 432 auf 371 Kameradinnen/Kameraden und von 787 auf 695 Kameradenwitwen/Kameradenwitwer.

Naturgemäß haben die sinkenden Mitgliederzahlen und das hohe Lebensalter unserer Mitglieder nicht nur Auswirkungen auf die Zusammensetzung der einzelnen Vorstände bzw. auf den Umfang der anfallenden Arbeiten der Vorstandsmitglieder und Sachbearbeiter; ganz erheblichen Einfluss haben diese Faktoren auf die finanzielle Situation unseres Verbandes im Allgemeinen und der Bundeskurfürsorge im Besonderen. So sinkt das Beitragsaufkommen stetig, ohne dass sich andere Einnahmequellen erschließen lassen und die Belegungszahl in unserer Einrichtung in Bad Pyrmont geht Jahr für Jahr kontinuierlich zurück, ohne dass die Bundeskurfürsorge die Möglichkeit hat, die Personal-, die Energie- oder die sonstigen Kosten in unserer Einrichtung entsprechend zu reduzieren.

Unter Berücksichtigung dieser Tatsachen ist für den Bund der Kriegsblinden Deutschlands ein wahrhaft ereignisreiches Jahr zu Ende gegangen. Auch wenn sich seit Jahren abzeichnete, dass wir uns über kurz oder lang von unserem beliebten KS am Königsberg in Bad Pyrmont trennen müssen, kam die Entscheidung des Bundesbeirats vom 29.10.2015 letztendlich doch zu einem unerwarteten Zeitpunkt.

Wie bereits im 4. Quartal 2015 dieser Zeitschrift berichtet, ist das KS am Königsberg aufgrund der rückläufigen Mitgliederzahlen unserer Schicksalsgemeinschaft nicht mehr wirtschaftlich zu führen und muss – trotz der Spendenbereitschaft vieler Mitglieder und der teilweise großen finanziellen Zuwendungen einiger Landesverbände und Bezirke - mit Ablauf des 31.05.2016 geschlossen werden.

Wie bei den vorangegangenen Schließungen unserer Häuser, so müssen wir auch jetzt die Erfahrung machen, dass das KS am Königsberg in Bad Pyrmont für viele unserer Mitglieder zur „zweiten Heimat“ geworden ist und viele – gerade diejenigen, die die Bundeskurfürsorge über Jahre hinweg großzügig unterstützt haben – über die Schließung enttäuscht sind.

Sie können jedoch versichert sein, dass sich weder die Mitglieder des Bundesvorstands noch die Mitglieder des Bundesbeirats die Entscheidung, unsere Einrichtung in Bad Pyrmont zu schließen, leicht gemacht haben. Mir bleibt nur noch, auch an dieser Stelle nochmals dafür zu werben, die letzten Chancen wahrzunehmen und unser schönes KS am Königsberg in den verbleibenden Monaten für die Durchführung einer Kur- oder Reha-Maßnahme bzw. eines Erholungsaufenthalts zu nutzen.

Mein Dank gilt an dieser Stelle noch einmal all den Bezirken, Landesverbänden und ganz besonders auch jeder einzelnen Spenderin, jedem einzelnen Spender für die finanzielle Unterstützung der Bundeskurfürsorge im Jahr 2015.

Darüber hinaus bitte ich alle, die noch rüstig genug sind, die Strapazen einer Reise auf sich zu nehmen, sich nicht schmollend zurückzuziehen, sondern im eigenen, aber auch im Interesse unserer Schicksalsgemeinschaft, die letzte noch verbleibende Einrichtung des Landesverbands Westfalen in Brilon für Kur-, Reha- und Erholungsmaßnahmen zu nutzen. 

Trotz aller Unsicherheiten und schmerzhaften Veränderungen ist es wichtig, den Kopf nicht hängen zu lassen und weiterhin mit Mut und Zuversicht in das vor uns liegende Jahr 2016 zu blicken. Auch dieses Jahr wird neben dem Einen oder Anderen Ungemach wieder viele schöne Momente für jeden von uns bereithalten. Wir müssen nur dran glauben und bereit sein, das Schöne anzunehmen.

In der Zeit vom 05.06.2016 bis 09.06.2016 findet der 23. Bundesdelegiertentag und die 100-Jahr-Feier unseres Verbandes in Weimar statt. Abweichend von der Entscheidung des 22. Bundesdelegiertentags, die Feierlichkeiten zum 100jährigen Geburtstag unseres Verbandes in Berlin zu begehen, hat der Bundesbeirat beschlossen, die Feierlichkeiten aus finanziellen Gründen nach Weimar zu verlegen. 
 
Bevor sich jedoch die Delegierten, der Bundesbeirat, der Bundesvorstand und die Sachbearbeiter auf den Weg nach Weimar machen können, haben die Gliederungen unseres Verbandes die nicht leicht zu bewältigende Aufgabe zu meistern, arbeitsfähige Vorstände für ihren jeweiligen Bereich zu wählen. Ich wünsche den Gliederungen eine glückliche Hand und viel Erfolg. 

Der Bundesvorstand und hier insbesondere der für das Sozialrecht zuständige Sachbearbeiter, Herr Jürgen Voß, setzte sich im abgelaufenen Jahr erneut mit aller Kraft dafür ein, die durch das BVG-Änderungsgesetz 2011 sowohl beim Berufsschadensausgleich als auch beim Schadensausgleich eingetretenen Verschlechterungen rückgängig zu machen. Musste ich im letzten Jahr an dieser Stelle noch berichten, dass die Bemühungen von Jürgen Voß leider noch nicht von zählbarem Erfolg gekrönt wurden, so kam am Ende des Jahres endlich Bewegung in die Angelegenheit. Zum Einen verdichtet sich bei den Mitgliedern des Bundesvorstands der Eindruck, dass die zuständigen Vertreter des BMAS die der Ministerin durch den Bundesvorstand vorgetragene Problematik erkannt haben und nunmehr mit dem erforderlichen Nachdruck an einer Lösung arbeiten und zum Anderen hat das Sozialgericht Hannover im Oktober 2015 in zwei Urteilen  die Rechtsauffassung des BKD in vollem Umfang bestätigt.

Die Verkaufsbemühungen für unsere Einrichtung in Braunlage wurden im vergangenen Jahr noch einmal verstärkt. Das Bestreben der Verantwortlichen, die Auslastung des Senioren- und Pflegezentrums Braunlage weiterhin zu verbessern und so die Chancen einer Veräußerung zu erhöhen, war insoweit erfolgreich, dass die Belegung wesentlich verbessert werden konnte. Darüber hinaus waren am Ende des Jahres positive Signale zu vermelden, die uns hoffen lassen, die Verkaufsbemühungen im laufe dieses Jahres entscheidend voran zu bringen. Erste Kontakte mit zwei neuen, ernst zu nehmenden Kaufinteressenten wurden geknüpft, die Anfang des Jahres 2016 fortgeführt und vertieft werden sollen.

Die intensiven Bemühungen des Bundesvorstands, das KS am Königsberg nach seiner beschlossenen Schließung zu veräußern oder einer neuen Nutzung zuzuführen waren in der Kürze der Zeit noch nicht von Erfolg gekrönt.

Die Jurysitzung zur Vergabe des Hörspielpreises der Kriegsblinden fand 2015 am
04. März in Hamburg beim Norddeutschen Rundfunk statt. Wie im vorangegangenen Jahr bestand die Jury neben der Vorsitzenden Anna Dünnebier aus sieben sehenden Fachkritikern und sieben blinden Juroren.

Zum Kreis der blinden Juroren gehörten:

  • Klaus Bartels,
  • Dr. Paul Baumgartner,
  • Hans Dressing,
  • Hans-Dieter Hain,
  • Melanie Schäfer und
  • Erich Kuttner

Frau Schäfer, eine junge zivilblinde Pädagogin, war wegen Verhinderung von Dr. Plückhahn kurzfristig nachnominiert worden. Bernhard Mertmann, Vorsitzender des Landesverbandes Westfalen, sollte der siebte blinde Juror sein; er musste jedoch kurz vor der Sitzung wegen Erkrankung absagen. 

Gemäß der im Jahr 2012 geänderten Statuten werden für die Endentscheidung bei der Preisverleihung drei Hörspiele nominiert, und zwar waren das in 2015 die Hörspiele „Ickelsamers Alphabet“, das in unserem Kreis sehr gelobte Hörspiel „Klaus Barbie - Begegnung mit dem Bösen“ sowie das Hörspiel „Lebensabend in Übersee“. 

Jedes Jurymitglied hatte per Briefwahl seinen Favoriten zu benennen. Das Ergebnis der Briefwahl wurde dann erst eine Woche vor der Preisverleihung bekannt gegeben, die am 12.05.2015 beim Deutschlandradio in Köln stattfand. Den Preis erhielt das Hörspiel „Ickelsamers Alphabet“ von Liquid Penguin Ensemble (Katharina Bihler und Stefan Scheib).
 
Im Pressetext zu diesem Hörspiel hieß es:
Vor bald 500 Jahren erschien die erste „Teütsche Grammatica" von Valentinus Ickelsamer, darin unterweist er in der subtilen Kunst, „die Buochstaben recht nennen (...) und wie man's mit den natürlichen Organis und Gerüst im Mund machet". Zum Trost: Laut ausgesprochen, ist Ickelsamers Deutsch auch für unsere Ohren gleich viel verständlicher. Einen Schritt weiter ging der französische Grammatiker Louis Meigret, Ickelsamers Zeitgenosse wollte nämlich die französische Orthographie der Aussprache anpassen.
Doch das ist nur eine der Verbindungen, die das Liquid Penguin  Ensemble auf seiner jüngsten deutsch-französischen Sprach- und Klangexpedition herausgefunden hat.

Die nächste Jurysitzung wird am 01.03.2016 in München beim Bayrischen Rundfunk stattfinden. Klaus Bartels wird auf Grund gesundheitlicher Probleme nicht mehr an der Sitzung teilnehmen. Wir danken für seine langjährige Mitarbeit und wünschen ihm gute Besserung. An seine Stelle wird Melanie Schäfer treten.

Der renommierte Hörspielpreis der Kriegsblinden leistet nach wie vor einen maßgeblichen Beitrag zur Förderung der besonders in unserem Kreis geschätzten Hörspielkultur. Nicht zuletzt ist die in der Presse und in Rundfunkbeiträgen veröffentlichte Preisverleihung geeignet, unserem Verband in der Öffentlichkeit Gehör zu verschaffen.

Abschließend bleibt mir nun nur noch allen Kameradinnen, Kameraden, Kameradenwitwen und ihren Angehörigen, aber auch allen anderen Leserinnen und Lesern unserer Zeitschrift ein gutes, glückliches und zufriedenes Jahr 2016 in Gesundheit und Frieden zu wünschen.

 

Ihr, Euer
Reinhard Zimmermann
Bundesvorsitzender

Rückschau und Ausblick 2014/2015

von Reinhard Zimmermann, Bundesvorsitzender des Bundes der Kriegsblinden Deutschlands


Nachdem das Jahr 2013 ein sogenanntes Wahljahr mit vielen Bezirksversammlungen, Landesverbandsdelegiertentagen bzw. Landesverbandsversammlungen und dem Bundesdelegiertentag in Weimar als krönendem Abschluss den Verantwortlichen in den verschiedenen Vorständen viel Kraft und Arbeit abverlangt hatte, durfte man mit Fug und Recht darauf hoffen, dass das Jahr 2014 einen ruhigeren Verlauf nehmen würde. Auf der organisatorischen Ebene sind diese Hoffnungen sicherlich auch einiger Maßen in Erfüllung gegangen; auf der Arbeitsebene dagegen eher nicht.

Auch – und dies ist eine unbestreitbare Tatsache – wenn unsere Schicksalsgemeinschaft Jahr für Jahr kleiner wird, die tägliche Arbeit wird nicht weniger, im Gegenteil, sie wird durch das hohe Durchschnittsalter unserer Mitglieder eher mehr und verdichtet sich auf immer weniger Schultern.

Und immer wieder reißt der Tod arbeitsfähige und arbeitswillige Kameradinnen und Kameraden bzw. Kameradenwitwen aus unserer Mitte. So – und dies soll nur ein Beispiel für viele sein - saßen wir noch Anfang Juni 2014 am Rande der Bundesvorstands- und Bundesbeiratssitzung an den Abenden in der Burgschänke in Bad Pyrmont in gemütlicher Runde zusammen, ließen den Einen oder den Anderen Tagesordnungspunkt bzw. Diskussionsbeitrag vom Sitzungstag noch einmal Revue passieren, schmiedeten Pläne für die nächsten Wochen und freuten uns auf die bevorstehende Urlaubszeit. Nur wenige Wochen später mussten wir dann die Nachricht von der dramatischen Verschlechterung des Gesundheitszustandes und nur wenig später vom Tod unseres Kameraden und Mitglieds des Bundesvorstands, Kamerad Klaus Jürgen Schwede, verkraften. Mit ihm hat der Bund der Kriegsblinden Deutschlands e.V. ein tatkräftiges und immer hilfsbereites Mitglied verloren.

Glücklicherweise sind immer wieder Mitglieder trotz ihrer bereits übernommenen Aufgaben im BKD bereit, weitere, zusätzliche Aufgaben in unserem Verband zu übernehmen und dafür zu sorgen, dass es weitergehen kann. So auch im Falle der Nachbesetzung des durch den Tod von Kamerad Schwede freigewordenen Aufgabenbereich des Schriftführers im Bundesvorstand.

Nach vorübergehender kommissarischer Wahrnehmung dieser Aufgaben durch den stv. Bundesvorsitzenden, Kamerad Hans-Dieter Hain, hat sich dankenswerter Weise der Vorsitzende des LV Rheinland-Pfalz, Kamerad Johann Dressing, bereiterklärt, diese Aufgabe ab dem 01.01.15 zu übernehmen.

Der Bundesvorstand und hier insbesondere der für das Sozialrecht zuständige Sachbearbeiter, Herr Jürgen Voß, setzte sich im abgelaufenen Jahr erneut mit aller Kraft dafür ein, die durch das BVG-Änderungsgesetz 2011 sowohl beim Berufsschadensausgleich als auch beim Schadensausgleich eingetretenen Verschlechterungen rückgängig zu machen. Leider bisher noch ohne zählbaren Erfolg.

Wie weiter oben schon angesprochen, komme ich auch in dieser Rückschau nicht umhin, einen Blick auf die Entwicklung der Mitgliederzahl zu werfen. In der Zeit vom 01.01.14 bis zum 31.12.14 sank unsere Mitgliederzahl von 476 auf 432 Kameradinnen/Kameraden und von 883 auf 787 Kameradenwitwen/Kameradenwitwer. Da stellt sich unweigerlich die Frage, wie es nach dem 23. ordentlichen Bundesdelegiertentag im Jahr 2016 weitergehen soll; ist für die Zeit danach ein gegliederter BKD in der heutigen Form überhaupt noch möglich? 

Naturgemäß haben die sinkenden Mitgliederzahlen und das hohe Lebensalter unserer Mitglieder nicht nur Auswirkungen auf die Zusammensetzung der einzelnen Vorstände bzw. auf den Umfang der anfallenden Arbeiten der Vorstandsmitglieder und Sachbearbeiter; ganz erheblichen Einfluss haben diese Faktoren auf die finanzielle Situation unseres Verbandes im Allgemeinen und der Bundeskurfürsorge im Besonderen. So sinkt das Beitragsaufkommen stetig, ohne dass sich andere Einnahmequellen erschließen lassen und die Belegungszahlen in unseren Einrichtungen gehen Jahr für Jahr kontinuierlich zurück, ohne dass die Bundeskurfürsorge die Möglichkeit hat, die Personal-, die Energie- oder die sonstigen Kosten in unseren Einrichtungen entsprechend zu reduzieren. Erschwerend kommt hinzu, dass in immer größerem Umfang angemeldete Gäste ganz kurzfristig absagen, ohne dass für die Einrichtungen dann noch die Möglichkeit besteht, hierauf adäquat zu reagieren. 

Aber es gab natürlich auch Momente im abgelaufenen Jahr 2014, die den Verantwortlichen im Bundesvorstand Mut gemacht haben. Als Beispiele hierfür möchte ich zum Einen den Lehrgang für Kriegsblinde Frauen im April 2014 und zum Anderen das Ergebnis des Spendenaufrufs an die Gliederungen des BKD im Juli 2014 nennen.
 
So war es der Sachbearbeiterin im Bundesvorstand für die Belange der kriegsblinden Frauen Kameradin Brigitte Grudzinski, – obwohl sie erst wenige Monate im Amt war – gelungen, die Neugier bei 17 Kameradinnen und ihren Begleitpersonen – eine Teilnehmerzahl, die seit Jahren nicht mehr erreicht wurde - zu wecken und nach Bad Pyrmont zu holen. Bei einem Besuch der Kameradinnen konnte ich mich persönlich über das interessant gestaltete Lehrgangsprogramm und der guten Stimmung im Kreis der Teilnehmerinnen überzeugen. Ich darf auch an dieser Stelle meiner Hoffnung Ausdruck verleihen, dass die Kameradinnen auch im Jahr 2015 mit gutem Beispiel vorangehen und sich erneut für den Rehalehrgang im April d. J. anmelden.  

Die Verkaufsbemühungen für unsere Einrichtung in Braunlage wurden im vergangenen Jahr noch einmal verstärkt. Das Hauptaugenmerk der Verantwortlichen lag im Bestreben, die Auslastung der Einrichtung wesentlich zu verbessern, um die Chancen einer Veräußerung zu erhöhen. Mögliche Kaufinteressenten wurden direkt angesprochen. Erste Verkaufsgespräche wurden geführt.

Durch den notwendig gewordenen Einbau einer neuen Heizungsanlage in Bad Pyrmont und der Einrichtung eines durch die zuständige Heimaufsicht geforderten weiteren Pflegebades in Braunlage hatte sich die, bedingt durch die bereits erwähnten rückläufigen Belegungszahlen, ohnehin angespannte Finanzlage der Bundeskurfürsorge nicht gerade verbessert. Mein Dank gilt daher auch an dieser Stelle noch einmal all den Bezirken, Landesverbänden und ganz besonders auch jeder einzelnen Spenderin, jedem einzelnen Spender für die finanzielle Unterstützung der Bundeskurfürsorge im Jahr 2014. Verbinden möchte ich diesen Dank sogleich mit der Bitte, die Bundeskurfürsorge auch im Jahr 2015 nicht im Stich zu lassen. Jede Spende zählt!

Hier die Kontoverbindung der Bundeskurfürsorge:
Sparkasse KölnBonn, IBAN: DE28370501980007511009, BIC: COLSDE33,

Dem Auftrag des 22. ordentlichen Bundesdelegiertentag folgend, hat sich der Bundesvorstand im abgelaufenen Jahr verstärkt auch mit der Terminierung und Durchführung des 23. ordentlichen Bundesdelegiertentags und des 100jährigen Geburtstags unserer Organisation im Jahr 2016 befasst. Den Vorgaben folgend hat der Bundesvorstand beschlossen, diese Veranstaltungen in der Zeit vom 05.06.16 bis 09.06.16 in Berlin durchzuführen. Die erforderlichen Hotelkapazitäten wurden zwischenzeitlich gebucht.

Die Jurysitzung zur Vergabe des Hörspielpreises der Kriegsblinden fand 2014 am 31. März beim Saarländischen Rundfunk in Saarbrücken statt. Wie im vorangegangenen Jahr bestand die Jury neben der Vorsitzenden Anna Dünnebier aus sieben sehenden Fachkritikern und sieben blinden Juroren. Zum Kreis der blinden Juroren gehörten: Klaus Bartels, Dr. Paul Baumgartner, Hans Dressing, Hans-Dieter Hain, Dr. Dietrich Plückhahn, Klaus Jürgen Schwede und Erich Kuttner.

An Stelle von Klaus Jürgen Schwede wird bei der am 04. März 2015 beim NDR in Hamburg stattfindenden Jury-Sitzung Bernhard Mertmann, Vorsitzender des Landesverbandes Westfalen, treten.

Gemäß der im Jahr 2012 geänderten Statuten wurden für die Endentscheidung bei der Preisverleihung wieder drei Hörspiele nominiert, und zwar
„Abschiedsgeschenk“, „Hate Radio“ und „Heidi Heimat“.

Das vom NDR produzierte Hörspiel „Abschiedsgeschenk“ spielt im Jahr 2040. Die Vergreisung der Gesellschaft schreit nach einer Lösung. Der alte Mensch ist zu einem nicht mehr finanzierbaren Kostenfaktor geworden. Es wird deshalb ein Gesetz erlassen, nach dem die Krankenkassen den Angehörigen eines alten Menschen eine Prämie zahlen sollen, wenn dieser freiwillig aus dem Leben scheidet. Dieses Hörspiel hat in unserem Kreis Lob geerntet.

Das vom WDR und ORF produzierte Hörspiel „Hate Radio“ behandelt den im Jahr 1994 in Ruanda stattgefundenen Massenmord durch die Hutu-Milizen an den Tutsis.
Der populäre Sender RTLM sendete während dieser Zeit aktuelle Sportnachrichten und die neuesten Hits verbunden mit Hasspropaganda und gezielten Aufrufen zum Mord. Wenn die Hörer anriefen, wünschten sie sich Musik und denunzierten die Verstecke derjenigen, die als nächste zu Opfern des Genozids werden sollten.

Das dritte nominierte Hörspiel war „Heidi Heimat“, produziert vom Hessischen Rundfunk. Hier erzählen Asylbewerber und Asylanten von ihren Eindrücken und Empfindungen, die sie beim Anschauen des Films „Heidi“ durchlebt haben.
 
Schließlich hatte jedes Jurymitglied per Briefwahl seinen Favoriten zu benennen. Das Ergebnis der Briefwahl wurde dann erst bei der Preisverleihung bekannt gegeben, die am 17.06.2014 wieder im kleinen Sendesaal des WDR in Köln stattfand. Den Preis erhielt das Hörspiel „Hate Radio“.

Der renommierte Hörspielpreis der Kriegsblinden leistet nach wie vor einen maßgeblichen Beitrag zur Förderung der besonders in unserem Kreis geschätzten Hörspielkultur. Nicht zuletzt ist die in der Presse und in Rundfunkbeiträgen veröffentlichte Preisverleihung geeignet, unserem Verband in der Öffentlichkeit Gehör zu verschaffen.

Abschließend bleibt mir nun nur noch allen Kameradinnen, Kameraden, Kameradenwitwen und ihren Angehörigen, aber auch allen anderen Leserinnen und Lesern unserer Zeitschrift ein gutes, glückliches und zufriedenes Jahr 2015 in Gesundheit und Frieden zu wünschen.

 

Ihr, Euer
Reinhard Zimmermann
Bundesvorsitzender

Rückschau und Ausblick 2013/2014

von Reinhard Zimmermann, Bundesvorsitzender des Bundes der Kriegsblinden Deutschlands


Satzungsgemäß war das Jahr 2013 wieder ein Wahljahr, und es galt, in allen Gliederungen unserer Schicksalsgemeinschaft das Interesse an der Mitarbeit wach zu halten, um arbeitsfähige Vorstände auf allen Ebenen wählen zu können.

 

Die gute Nachricht vorweg: Die einberufenen Mitgliederversammlungen in den Bezirken, die Delegiertentage in den Landesverbänden und nicht zuletzt der in der Zeit vom 07.10.13 bis 10.10.13 durchgeführte 22. ordentliche Bundesdelegiertentag (BDT) in Weimar haben dieses Ziel erreicht.

 

Kamerad Hans-Dieter Hain und ich waren bemüht, mein im letzten Jahr an dieser Stelle abgegebenes Versprechen, so viele Landesverbandsversammlungen wie möglich zu besuchen, wahr zu machen. Den Reigen der Landesverbandsversammlungen eröffnete am 18.03.13 der Landesverband Nord in Hamburg, den Abschluss bildete der Landesverband Westfalen mit seinem am 01.07.13 durchgeführten Landesverbandsdelegiertentag in Brilon.
Auch wenn die Freude über das Zustandekommen arbeitsfähiger Vorstände in allen Gliederungen überwog, so hat der plötzliche Tod von Barbara Nadaschkay kurz nach ihrer Wahl zur Stellvertretenden Landesverbandsvorsitzenden im Landesverband Bayern die positive Stimmung nicht nur bei unseren bayrischen Mitgliedern getrübt, sondern auch bei allen übrigen tiefer Trauer Platz gemacht. Die deutschen Kriegsblinden haben mit Barbara Nadaschkay eine engagierte und zupackende, vor allem aber eine geachtete und beliebte Mitstreiterin für unsere Sache verloren.

Höhepunkt der Verbandsarbeit im abgelaufenen Jahr war naturgemäß der durch Frau Gabriele Fischer aus der Bundesgeschäftsstelle in hervorragender Weise vorbereitete und organisierte 22. BDT in Weimar.

 

Nach der durch den 21. BDT beschlossenen Veränderung der in unserer Satzung verankerten Schlüsselzahl und der sich hieraus ergebenden Verringerung der Delegiertenzahl, waren 21 von den Landesverbänden unseres Verbandes gewählte Delegierte nach Weimar entsandt worden, um von Bundesvorstand und Bundesbeirat Rechenschaft für die abgelaufene Amtszeit zu verlangen, einen neuen Bundesvorstand zu wählen und über die eingereichten Anträge zu beraten und zu beschließen. Zur Vermeidung von Wiederholungen verweise ich auf die ausführlichen Berichte hierzu in der Ausgabe 11/12 2013 dieser Zeitschrift.

 

Seine sozialpolitische Kompetenz konnte der BKD erneut unter Beweis stellen, indem er auf erhebliche Ungereimtheiten bei der im BVG-Änderungsgesetz 2011 enthaltenen Neuregelung des Berufsschadensausgleichs und des Schadensausgleichs hinwies.

 

Die Neuordnung des Berufsschadensausgleichs hat in Verbindung mit der hierzu erlassenen Übergangsvorschrift des § 87 Abs. 1 BVG seit dem Inkrafttreten am 01.07.2011 für jüngere Beschädigte mit Anspruch auf Berufsschadensausgleich aufgrund des bis zum 30.06.2011 geltenden Rechts, die sich weiterhin in der Erwerbsphase ihres Berufslebens befinden, gegenüber gleichartig Beschädigten mit erstmaligem Anspruch ab 01.07.2011 zu erheblichen Verschlechterungen geführt.

 

Betroffen hiervon sind insbesondere auch ehemalige Soldaten und Soldatinnen der Bundeswehr, die im Zusammenhang mit ihrem Auslandseinsatz für die Bundesrepublik Deutschland zum Teil schwere Schädigungen erlitten haben und dies in einem Lebensabschnitt, in dem ihre berufliche Entwicklung noch vor ihnen lag. Eine Verschlechterung des Berufsschadensausgleichs, der den aktuellen beruflichen Schaden kompensieren soll, kann nach Auffassung des BKD nicht gewollt sein.

 

Auch beim Schadensausgleich hat die Neuordnung in Verbindung mit der Übergangsvorschrift des § 87 Abs. 2 BVG seit dem 01.07.2011 zu einer erheblichen Verschlechterung geführt. Betroffen sind hier insbesondere die Witwen und Witwer von Kriegsblinden, die ihren schwerstbeschädigten Ehegatten vielfach über Jahrzehnte gepflegt und betreut haben und am 30.06.2011 einen Anspruch auf Schadensausgleich nach § 40a Abs. 3 BVG hatten. Sie werden ab 01.07.2011 erheblich schlechter gestellt als vergleichbare Berechtigte mit erstmaligem Anspruch ab 01.07.2011. Auch für diese Berechtigten ist festzustellen, dass eine Verschlechterung nicht zu rechtfertigen ist.
Der BKD setzt sich sowohl beim Berufsschadensausgleich als auch beim Schadensausgleich  dafür ein, dass die Verschlechterungen beseitigt werden.

 

Die dem Bundesvorstand obliegende Aufgabe, eine geeignete Nachfolgerin für das durch den Tod von Kameradin Sieglinde Bartelsen freigewordene Amt der Sachbearbeiterin für die Belange kriegsblinder Frauen zu finden, konnte bereits Anfang des Jahres gelöst werden. Nachdem sich die Teilnehmerinnen am Reha-Lehrgang zur sozialen Rehabilitation kriegsblinder Frauen einstimmig für die Berufung von Brigitte Grudzinski als Sachbearbeiterin ausgesprochen hatten, war es klar, dass Brigitte ihre Kameradinnen nicht enttäuschen konnte. Sie erklärte sich zu meiner großen Freude und Erleichterung bereit, die Aufgaben der Sachbearbeiterin zu übernehmen, wurde in der März-Sitzung des Bundesvorstands offiziell berufen und vom Bundesbeirat in der Sitzung vom 27./28.06.13 im Amt bestätigt.

 

Wie in jedem Jahr, so war die Erledigung der anfallenden Aufgaben der Bundeskurfürsorge auch im Jahr 2013 wieder ein Schwerpunkt der Vorstandsarbeit. Zwar blieben die ganz großen „Schreckensmeldungen“ im abgelaufenen Jahr weitgehend aus, aber die Heimleiterinnen der beiden Häuser, der zuständige Sachbearbeiter und ich hatten alle Hände voll zu tun, die Belegungszahlen und somit die finanzielle Basis zum Erhalt der Häuser auf einigermaßen hohem Niveau zu halten. Leider musste ich auch feststellen, dass die Spendenbereitschaft unserer Mitglieder und der Gliederungen unseres Verbandes zu Gunsten der Bundeskurfürsorge im abgelaufenen Jahr auf ein Minimum gesunken ist. Ich hoffe, dass das neue Jahr hier eine Wende zum Positiven mit sich bringt, da die marode Heizungsanlage in Bad Pyrmont noch in diesem Winter erneuert werden muss. Ein Kostenfaktor, der die Bundeskurfürsorge laut Kostenvoranschlag mit einem Betrag von rund 54.000 € belasten wird.

 

Die Verkaufsbemühungen für unsere Einrichtung in Braunlage wurden im vergangenen Jahr intensiviert. Ein Wertgutachten des zuständigen Gutachterausschusses wurde eingeholt. Es hat sich gezeigt, dass zunächst die Auslastung des Hauses verbessert werden muss, bevor potenzielle Kaufinteressenten angesprochen werden können. Schwerpunkt unserer Arbeit im kommenden Jahr wird sein, dieses Ziel so schnell wie möglich zu erreichen.
Die im letzten Jahr an dieser Stelle noch geäußerte Ungewissheit über den Verbleib der Bundesgeschäftsstelle in Diedorf besteht zumindest mittelfristig nicht mehr, da die Eigentumsverhältnisse neu geregelt wurden und die neue Eigentümerin Interesse daran geäußert hat, den Landesverband Bayern und die Bundesgeschäftsstelle als Mieter zu behalten.

 

Blickt man zurück auf das Jahr 2013, wird es niemanden verwundern, dass auch im abgelaufenen Jahr unsere Schicksalsgemeinschaft erneut kleiner geworden ist. Daher darf auch im diesjährigen Beitrag zum Jahreswechsel der Hinweis auf die Mitgliederzahlen nicht fehlen. In der Zeit vom 01.01.13 bis zum Redaktionsschluss sank unsere Mitgliederzahl von 536 auf 476 Kameradinnen/Kameraden und von 973 auf 883 Kameradenwitwen/Kameradenwitwer.
Einem Auftrag des 22. BDT folgend, wird sich der Bundesvorstand ab dem neuen Jahr verstärkt mit der Terminierung und der Durchführung des 100jährigen Geburtstags unserer Organisation im Jahr 2016 befassen. Die Delegierten des 22. BDT haben dem Bundesvorstand vorgegeben, den 23. BDT und die Jubiläumsfeierlichkeiten zusammenzulegen und am Ort der Gründung unseres Verbandes in Berlin durchzuführen. Da sich aber auch die Gründung der Deutschen Blindenstudienanstalt in Marburg, die Gründung des DVBS und die Gründung der 1. Blindenführhundschule der Welt im Jahr 2016 zum einhundertsten Male jähren, wird die Findung eines geeigneten Termins nicht einfach sein.
Bundesvorstand und Bundesbeirat haben sich in ihrer 1. Sitzung nach dem 22. BDT darauf verständigt, die Herausgabe des Kriegsblindenjahrbuchs mit der Jubiläumsausgabe zum 100jährigen Bestehen des BKD im Jahr 2016 einzustellen. Unsere Schriftleiterin, Kameradin Christa Schmidt, arbeitet schon jetzt intensiv an Inhalt und Zusammenstellung der Jubiläumsausgabe des Kriegsblinden-Jahrbuchs 2016, die sich im Wesentlichen mit der Geschichte des BKD befassen wird. Um aus dieser letzten Ausgabe eine „runde Sache“ werden zu lassen, ist die Redaktion darauf angewiesen, möglichst viele Beiträge zu diesem Themenbereich aus dem Kreise unserer Mitglieder zu erhalten. Auch an dieser Stelle noch einmal meine Bitte, versorgt die Redaktion in Marburg bereits jetzt mit Euren Beiträgen und wartet nicht erst bis kurz vor Redaktionsschluss.

 

Die Jurysitzung zur Vergabe des Hörspielpreises der Kriegsblinden fand 2013 am 16. April in Berlin beim Deutschlandradio Kultur statt. Wie im vorangegangenen Jahr bestand die Jury neben der Vorsitzenden Anna Dünnebier aus sieben sehenden Fachkritikern und sieben blinden Juroren. Zum Kreis der blinden Juroren gehörten: Klaus Bartels, Dr. Paul Baumgartner, Hans Dressing, Hans-Dieter Hain, Dr. Dietrich Plückhahn, Klaus Schwede und Erich Kuttner.

 

Gemäß der im Jahr 2012 geänderten Statuten wurden für die Endentscheidung bei der Preisverleihung drei Hörspiele nominiert, und zwar „Menschliches Versagen“, „Verbotene Welt“ und „Oops, Wrong Planet“. Im Anschluss hatte jedes Jurymitglied per Briefwahl seinen Favoriten zu benennen. Das Ergebnis der Briefwahl wurde erst bei der Preisverleihung bekannt gegeben, die am 11.06.2013 wieder im kleinen Sendesaal des WDR in Köln stattfand. Den Preis erhielt das vom Mitteldeutschen Rundfunk eingereichte Hörspiel „Oops, Wrong Planet“.
Die von der Filmstiftung Nordrhein-Westfalen ausgerichtete und auch von unseren Mitgliedern gut besuchte Preisverleihung wurde allgemein als gelungene Veranstaltung gelobt.

 

Der renommierte Hörspielpreis der Kriegsblinden leistet nach wie vor einen maßgeblichen Beitrag zur Förderung der besonders in unserem Kreis geschätzten Hörspielkultur. Nicht zuletzt ist die in der Presse und in Rundfunkbeiträgen veröffentlichte Preisverleihung geeignet, unserem Verband in der Öffentlichkeit Gehör zu verschaffen.
Abschließend bleibt mir nur noch allen Kameradinnen, Kameraden, Kameradenwitwen und ihren Angehörigen, aber auch allen anderen Leserinnen und Lesern unserer Zeitschrift ein gutes, glückliches und zufriedenes Jahr 2014 in Gesundheit und Frieden zu wünschen.

 

Ihr, Euer
Reinhard Zimmermann
Bundesvorsitzender

Rückschau und Ausblick 2012/2013

von Reinhard Zimmermann, Bundesvorsitzender des Bundes der Kriegsblinden Deutschlands

Für den Bund der Kriegsblinden Deutschlands ist ein ereignisreiches und so sicherlich nicht vorhersehbares Jahr zu Ende gegangen.

Auch wenn schon viel über den plötzlichen und unerwarteten Tod unseres Bundesvorsitzenden, Kamerad Dieter Renelt, gesagt und geschrieben wurde, kann eine Rückschau auf das Jahr 2012 nicht - ohne nochmals auf seinen für uns alle unfassbaren Tod einzugehen - auskommen. Ich glaube nicht zu übertreiben, wenn ich feststelle, dass sein Tod das einschneidendste Ereignis der letzten Jahre für unsere Schicksalsgemeinschaft war, dessen Tragweite für den Bund der Kriegsblinden in seiner Gesamtheit immer noch nicht ganz zu überschauen ist.

Der Tod von Dieter Renelt bietet aber auch die Gelegenheit einmal inne zu halten und uns zu fragen, ob die Anforderungen an die immer weniger werdenden Leistungsträger innerhalb unseres Verbandes zwischenzeitlich nicht ein Maß angenommen hat, welches zwangsläufig einen schädlichen Einfluss auf die Gesundheit der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter haben muss.

Kamerad Dieter Renelt hat sich in einem Maß – und wie wir heute wissen, auch unter Zurückstellung eigener gesundheitlicher Warnhinweise - für die Belange seiner Kameradinnen, Kameraden und Kameradenwitwen eingesetzt, welches man in Zukunft von keinem ehrenamtlich Tätigen erwarten und schon gar nicht fordern darf.

Der unerwartete Tod von Kamerad Dieter Renelt hat aber auch gezeigt, dass wir in der Lage sind, auch in außergewöhnlichen Situationen schnell und angemessen zu reagieren und arbeitsfähig zu bleiben. Unser aller Dank gilt an dieser Stelle dem stv. Bundesvorsitzenden, Kamerad Hans-Dieter Hain, der vor die schwere Aufgabe gestellt wurde, quasi aus dem Stand das „Schiff BKD“ auf Kurs zu halten, aber auch allen anderen Vorstandsmitgliedern, die sofort bereit waren, im Bedarfsfall zusätzliche Aufgaben zu übernehmen und nicht zuletzt Kamerad Klaus Jürgen Schwede, der sich bereit erklärte, das Amt des Schriftführers zu übernehmen und den Bundesvorstand somit wieder zu komplettieren.

Der Bundesvorstand schätzt sich darüber hinaus glücklich, mit Herrn Jürgen Voß (sozialrechtliche Angelegenheiten) und Herrn Friedrich Wilhelm Pingel (Kurfürsorge und Rehabilitation) zwei sehende Sachbearbeiter in seinen Reihen zu haben, die sich in hervorragender Weise für die Belange unserer Mitglieder einsetzen und – wer unsere Publikationen aufmerksam verfolgt, weiß – auf außergewöhnliche Erfolge verweisen können. Ohne diese Unterstützung wäre die Arbeit im Bundesvorstand nicht zu bewältigen, haben doch alle BV-Mitglieder neben ihrer Tätigkeit im Bundesvorstand weitere arbeitsreiche Ämter in ihren jeweiligen Landesverbänden und/oder in einem oder mehreren Bezirken wahrzunehmen.

Dann ereilte uns alle Anfang Oktober des abgelaufenen Jahres auch noch die Nachricht vom unerwarteten Tod der Sachbearbeiterin für die Belange kriegsblinder Frauen, unserer Kameradin Sieglinde Bartelsen. Jahrzehntelang hat sie sich mit viel Engagement und Durchsetzungsvermögen für ihre Kameradinnen eingesetzt und ihre Interessen mit Nachdruck im Bundesvorstand und -beirat vertreten. Der Bundesvorstand steht nun vor der schwierigen Aufgabe, so schnell wie möglich eine Kameradin zu finden, die bereit und in der Lage ist, das freigewordene Amt auszufüllen. 

Wie in jedem Jahr, so hat auch 2012 die Bundeskurfürsorge wieder einen großen Teil der Ressourcen des Bundesvorstands in Anspruch genommen und ihm Entscheidungen abverlangt, die mit viel Arbeit und noch mehr Kosten verbunden waren. Da stand der Bundesvorstand zum einen vor der Herausforderung, das Schwimmbad in Bad Pyrmont einer grundlegenden Sanierung unterziehen zu müssen, da durch eindringende Feuchtigkeit die Bausubstanz bereits angegriffen war. Zum anderen hatten wir die durch den Gesetzgeber vorgegebene Auflage zu erfüllen, unsere Einrichtung in Bad Pyrmont bis zum 30.09.12 einer Zertifizierung zu unterziehen. Nur durch einen außergewöhnlichen Kraftakt der Heimleiterin und der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Einrichtung in Bad Pyrmont sowie des zuständigen Sachbearbeiters konnte diese Aufgabe fristgerecht durchgeführt werden, so dass wir auch in den nächsten Jahren Kur- und Rehabilitationsmaßnahmen in Bad Pyrmont durchführen dürfen.

Die mit der Umsetzung der vorgenannten Maßnahmen verbundenen Kosten von rund 135.000,00 € konnten nur durch die tatkräftige Unterstützung der Mitglieder unseres Verbandes aufgebracht werden.
 
Der von Bundesvorstand und -beirat gemeinsam auf den Weg gebrachte Spendenaufruf erbrachte bis heute einen Betrag in Höhe von rund 103.000,00 € sowie die Umwandlung eines Darlehnsbetrags von 10.000,00 € in eine Spende. Bis zum Redaktionsschluss hatten sich 245 Mitglieder und 24 Gliederungen an der Spendenaktion beteiligt. Die Zahlen verdeutlichen, dass in dieser Beziehung immer noch ein wenig Potenzial für weitere Spenderinnen und Spender vorhanden ist. Ich hoffe darauf, dass die Vorweihnachtszeit die Herzen unserer Mitglieder und Gliederungen für die Nöte der Bundeskurfürsorge geöffnet und noch die Eine oder Andere Spende den Weg auf das Konto der Bundeskurfürsorge gefunden hat.

Ich möchte aber schon jetzt die Gelegenheit nutzen und allen Spenderinnen und Spendern sowie den Vorständen der Gliederungen auch an dieser Stelle für ihre großzügige Unterstützung zu danken. Fast alle Einzelspender haben ein Dankschreiben und eine Spendenbescheinigung erhalten. Nur in wenigen Ausnahmefällen war es der Bundesgeschäftsstelle und mir nicht möglich, aufgrund der nur bruchstückhaft vorhandenen Angaben auf dem Überweisungsträger die Spender zu ermitteln. Sollte also eine Spenderin/ein Spender keine Rückmeldung erhalten haben, bitte ich dies zu entschuldigen. Sofern erforderlich kann auch jetzt noch eine Spendenbescheinigung bei der Bundesgeschäftsstelle angefordert werden.

Zu erwähnen bliebe noch der Beschluss des Bundesbeirats aus der Sitzung vom 01./02.06.12, den Kurbetrieb im Senioren- und Pflegezentrum – Kurklinik Braunlage/Oberharz – mit Ablauf des 30.09.12 einzustellen und den Bundesvorstand zu beauftragen, die Einrichtung bald möglichst zu veräußern. Zur Umsetzung dieses Bundesbeiratsbeschlusses wurden die ersten Schritte eingeleitet. Sobald dem Bundesvorstand das Wertgutachten des Gutachterausschusses des Landkreises Goslar vorliegt, werden die weiteren Maßnahmen besprochen und Zug um Zug umgesetzt.

Damit wären wir bereits bei einer der wesentlichsten Aufgaben, die neben der Organisation und Durchführung des 22. ordentlichen Bundesdelegiertentags in Weimar sowie der Suche nach einer Nachfolgerin im Amt der Sachbearbeiterin für die Belange kriegsblinder Frauen die Arbeit des Bundesvorstands im Jahr 2013 bestimmen wird. Aber auch die Ungewissheit, ob und wie lange die Bundesgeschäftsstelle in Diedorf noch in ihren jetzigen Räumlichkeiten verbleiben kann – sind doch der Termin des Verkaufs durch die Erben von Kamerad Dieter Renelt und die Pläne über die weitere Nutzung potentieller Käufer unbekannt – wird den Bundesvorstand beschäftigen müssen. Darüber hinaus wirft der 100jährige Geburtstag unserer Organisation im Jahr 2016 seine Schatten voraus. Auch wenn wir uns im laufenden Jahr sicherlich noch nicht mit den Einzelheiten hierzu befassen werden, müssen die ersten Pflöcke eingerammt werden.
 
Die grundsätzliche Bereitschaft des Bundesvorstands, die Herausgabe des Kriegsblindenjahrbuchs möglichst bis zum Jahr 2016 – also bis zum 100jährigen Bestehen unseres Verbandes - aufrechtzuerhalten, steht und fällt naturgemäß mit der Auflagenzahl und insbesondere mit dem Inhalt unserer Publikation. Ich möchte auch an dieser Stelle nochmals dazu aufrufen, unsere Schriftleiterin, Kameradin Christa Schmidt, nach Kräften zu unterstützen und ihr Beiträge für das Kriegsblindenjahrbuch zu übersenden. 

Seit Jahren kritisieren die Verantwortlichen im BKD die mangelnde Zusammenarbeit der Bundeswehr mit dem BKD, wenn es um die Weitergabe von Informationen über im In- und Auslandseinsatz verletzter (erblindeter) Soldatinnen/Soldaten geht. Als ermutigend habe ich daher empfunden, dass der Bundesminister der Verteidigung auf dem Erlasswege geregelt hat, die Zusammenarbeit zwischen Bundeswehrverwaltung und BKD zu intensivieren. Als direkte Reaktion auf den neuen Erlass wurde mir seitens der Bundeswehrverwaltung angeboten, anlässlich einer Weiterbildungsveranstaltung der Sozialarbeiter und -berater der Bundeswehr am 27.09.12 in der Bundeswehrverwaltungsschule II in Berlin den BKD und seinen historischen Hintergrund vorzustellen sowie darzulegen, welche Möglichkeiten der BKD auch heute noch hat, sich für die Belange im Dienst der Bundeswehr verunglückter Soldatinnen und Soldaten einzusetzen.

Mein Vortrag wurde mit großem Interesse aufgenommen und die anschließende Diskussion lässt mich hoffen, dass wir künftig wieder enger in die Arbeit mit im Dienst erblindeten Soldatinnen/Soldaten eingebunden werden und wir somit einen Beitrag zur sozialen und beruflichen Rehabilitation dieser vom Schicksal hart getroffenen jungen Menschen beitragen können.

Blickt man zurück auf das Jahr 2012, kann man die Augen nicht vor der Tatsache verschließen, dass auch im abgelaufenen Jahr unsere Schicksalsgemeinschaft erneut kleiner geworden ist. Daher darf auch im diesjährigen Beitrag zum Jahreswechsel der Hinweis auf die Mitgliederzahlen nicht fehlen. In der Zeit vom 01.01.12 bis zum Redaktionsschluss sank unsere Mitgliederzahl von 601 auf 548 Kameradinnen/Kameraden und von 1062 auf 998 Kameradenwitwen/Kameradenwitwer.
 
Die Vergabe des Hörspielpreises der Kriegsblinden hat 2012 unter anderen Bedingungen als zuvor stattgefunden. Die Jury, die aus der Vorsitzenden Anna Dünnebier, sieben sehenden Fachkritikern und sieben blinden Juroren besteht, hat bei ihrer Sitzung vom 27. April 2012 diesmal drei preiswürdige Hörspiele nominiert, und zwar die Hörspiele „Testament“, „Altersglühen“ und „Mörder“. Sodann hat jedes Jurymitglied per Briefwahl seinen Favoriten für den Preis benannt. Das Ergebnis der Briefwahl wurde erst bei der Preisverleihung bekannt gegeben, die am 12.06.12 im kleinen Sendesaal des WDR in Köln stattfand. Den Preis erhielt das Hörspiel „Testament“ von der Berliner Autorengruppe „She She Pop“. Die von der Filmstiftung Nordrhein-Westfalen ausgerichtete und gut besuchte Preisverleihung wurde allgemein als gelungene Veranstaltung gelobt.

Der blinde Rainer Unglaub hat die Jury leider verlassen. Er will sich zukünftig vermehrt der Aufsprache von Hörbüchern widmen. Mit dem blinden Dr. Dietrich Plückhahn haben wir für die nächste am 16.04.13 stattfindende Jurysitzung aber einen würdigen Nachfolger gewinnen können.

Der renommierte Hörspielpreis der Kriegsblinden leistet nach wie vor einen maßgeblichen Beitrag zur Förderung der besonders in unserem Kreis geschätzten Hörspielkultur. Nicht zuletzt ist die in der Presse und in Rundfunkbeiträgen veröffentlichte Preisverleihung geeignet, unserem Verband in der Öffentlichkeit Gehör zu verschaffen.

Das Jahr 2013 ist nach unserer Satzung ein Wahljahr. Aus diesem Grunde findet in der Zeit vom 06.10.13 bis 10.10.13 der 22. ordentliche Bundesdelegiertentag in Weimar statt.

Zuvor werden in allen Landesverbänden Landesverbandsversammlungen abgehalten, und ich hoffe, dass sich genügend Mitglieder zur Mitarbeit bereiterklären, so dass in allen Landesverbänden wieder arbeitsfähige Vorstände gewählt werden können.

Ich werde bemüht sein, in diesem Jahr möglichst viele Landesverbandsversammlungen zu besuchen, so dass wir Gelegenheit haben werden, miteinander über die vor uns liegenden Aufgaben und Probleme zu diskutieren. Ich freue mich auf ein gesundes Wiedersehen mit jedem Einzelnen.
 
Und nun wünsche ich allen Kameradinnen, Kameraden, Kameradenwitwen und ihren Angehörigen, aber auch allen anderen Leserinnen und Lesern unserer Zeitschrift ein gutes, glückliches und erfolgreiches Jahr 2013 in Gesundheit und Frieden – vier Wochen nach dem Jahreswechsel ist das sicherlich noch nicht zu spät und für die Erfüllung guter Wünsche bleibt noch genug Zeit.

Ihr, Euer
Reinhard Zimmermann
Bundesvorsitzender