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Dauerwohn- und Pflegestationen

Eine große Aufgabe sieht der BKD in der Betreuung alleinstehender und pflegebedürftiger Mitglieder. Aus diesem Grunde wurden in den Kursanatorien Braunlage-Oberharz, Brilon und Söcking Dauerwohn- und Pflegestationen eingerichtet, in denen diese Gäste umsichtig betreut und gepflegt werden. Informieren Sie sich über die einzelnen Einrichtungen:

  1. Braunlage-Oberharz
  2. Brilon
  3. Söcking

Durch die Integration der Dauerwohn- und Pflegestationen innerhalb der Kursanatorien ist auch der Kontakt mit den Kur- und Erholungsgästen gegeben, der zur Erhöhung der Lebensqualität und -freude der Dauergäste beiträgt, da alte Freundschaften so weiter gepflegt werden können.

 

1. Dauerwohn- und Pflegestation im Senioren- & Pflegezentrum BKD-Kurklinik, Braunlage

Tag für Tag, rund um die Uhr, ist das Personal für die Dauergäste der Wohnanlage freundlich und liebenswürdig zur Stelle. Seinerzeit für alleinstehende Kriegsblinde in Dienst gestellt, bietet diese Einrichtung ein angenehmes Zuhause, wenn die notwendige Betreuung in der bisherigen Wohnung nicht mehr gegeben ist. Liebgewordene Möbelstücke und andere Einrichtungsgegenstände können beim Umzug in das neue Daheim mitgebracht werden. So wird diese zunächst einschneidende Veränderung in der Lebensgestaltung erleichtert.

Dem Wohnungswechsel geht ein vierwöchiges Probewohnen voran. Alle Interessenten können sich so von der freundlichen und angenehmen Atmosphäre sowie der sachkundigen Betreuung des Pflegepersonals überzeugen. Beruhigend und entspannend ist das Gefühl, nicht mehr allein zu sein und jederzeit Hilfe oder einen Ansprechpartner zu haben. Dabei ist es selbstverständlich, dass der individuelle persönliche Bereich der Einzelnen immer beachtet und respektiert wird.

Die Begleitung zu den Mahlzeiten und die aufmerksame Hilfe bei Tisch sowie die gemeinsame Kaffeetafel sind fester Bestandteile des Tagesablaufs. Ebenso werden die Bewohner bei Spaziergängen, Einkäufen, Facharztbesuchen und anderen Erledigungen vom Personal der Dauerwohn- und Pflegestation begleitet.

Bei allen Veranstaltungen, die in der Kurklinik für die Kurgäste angeboten werden, sind die Dauergäste gern gesehene Teilnehmer. Diese Möglichkeit wird natürlich auch häufig genutzt, und gerade bei Gesellschaftsabenden ist die Beteiligung sehr erfreulich. Sehr positiv und belebend wirkt sich der monatliche Wechsel von Kur- und Erholungsgästen aus. Oft gehören die Neuankömmlinge sogar zum näheren Bekanntenkreis und geben Gelegenheit zu manchem angeregten Plauder- stündchen. Besucher aus dem Verwandten- und Freundeskreis schätzen es, bei Kurzbesuchen in der Kurklinik wohnen zu können. Welches Seniorenheim kann eine wechselvolle Umgebung dieser Art schon bieten? Neben der pflegerischen Betreuung besteht eine umfassende ärztliche Versorgung mit häufigen Sprechstunden in Hause. Zur weiteren Pflege der Gesundheit und des Wohlbefindens werden die Therapie in der Bäderabteilung und das Schwimmbad ebenfalls genutzt. Beliebt ist auch der regelmäßige Wettstreit beim sportlichen Vergleich in der hauseigenen Kegelbahn. Die Bewegung auf dem Standfahrrad stärkt den Kreislauf und dient der Mobilität der Gelenke.
Die Dauerwohn- und Pflegestation ist für 20 Plätze konzipiert und ist für den Bedarfsfall mit Krankenpflegebetten und -Geräten ausgestattet. Die Bundeskurfürsorge in Bonn gibt auf Anfrage Auskunft über freie Plätze, Aufnahmebedingungen und die Kostenregelung. 

 

Kontakt:
Dauerwohn- und Pflegestation im Senioren- & Pflegezentrum BKD-Kurklinik
Kolliestraße 4,
38700 Braunlage
Tel.: (05520) 8010
Fax: (05520) 3114
E-Mail: info@kurklinik-braunlage.de

 

2. Seniorenwohn- und Pflegeeinrichtung im Kursanatorium für Kriegsblinde in Brilon-Gudenhagen

Viele, die ein Eigenheim errichteten, haben diesen Schritt in jüngeren Jahren getan, als eine Familie gegründet wurde, als Kinder zusätzlichen Wohnraum benötigten. Wenn dann die Kinder dem Hause gegangen sind, sich selbständig gemacht haben, hat man mehr und mehr die Erfahrung machen müssen, dass man selbst älter geworden ist, dass die Kräfte nachgelassen haben, dass neben der Erblindung weitere Behinderungen eingetreten sind. Besonders bei unseren Ehegatten zeigt es sich dann, dass die Mehrfachbelastung durch Pflege des kriegsblinden Ehepartners, durch Erziehung der Kinder, durch Haushalt und Garten und manchmal auch durch eigene Berufstätigkeit Spuren hinterlassen haben.

In dieser Situation wird einem bewusst, dass ein Haus, in jungen Jahren erbaut, nicht mehr so recht geeignet ist.

Der Bedarf an Wohnfläche ist geringer geworden, nachdem die Kinder aus dem Hause sind; das Haus ist einfach zu groß geworden. Und erst der Garten! Er kann zur Last werden. Und weiter: Wer hat damals daran gedacht, dass Stufen ein Hindernis, ja eine Barriere, sein können. Wer hat in Erwägung gezogen, dass Türen breit genug sein müssen, dass Badezimmer und Küche nicht zu beengt sein dürfen für den Fall, dass man auf einen Rollstuhl angewiesen ist. Also wird man versuchen, das Eigenheim dem Lebensalter und den geänderten gesundheitlichen Verhältnissen anzupassen.

Nicht anders erging und ergeht es dem Kursanatorium für Kriegsblinde in Brilon-Gudenhagen. Es mußte sich immer wieder den jeweiligen Lebensbedürfnissen und -situationen der kriegsblinden Bewohner anpassen, denn ein Gebäude ist für die Menschen da und nicht umgekehrt. Mehrere An- und Umbaumaßnahmen seit dem Bestehen der Kureinrichtung sind ein Spiegelbild der einzelne Lebensphasen der Kriegsblinden und Kameradenwitwen. Bei seiner Errichtung im Jahre 1962 waren Gesellschaft und Baufachleute gegenüber heute weit weniger sensibilisiert für ein konsequentes behinderungsgerechtes Bauen. Und die Kriegsblinden waren noch relativ jung.

In den ersten Jahren des Bestehens diente unsere Kureinrichtung mehr der Erholung der Kriegsblinden mit ihren Familien. Die Kinder mußten nicht nur untergebracht und versorgt werden, sie mussten auch unterhalten und beaufsichtigt werden, damit die Eltern sich unbeschwert entspannen konnten. Für diese Zweck wurde ein Kinderhaus errichtet.

Mit zunehmendem Alter unserer Kurgäste nahmen auch die gesundheitliche Probleme zu, so dass Erleichterungen baulicher Art vonnöten waren. Es wurden alle Gästezimmer mit Sanitärzellen ausgestattet, die Bäderabteilung baulich erweitert und durch behinderungs- und altersgerechte Therapieformen vervollkommnet. Schließlich wurde 1992 ein Außenaufzug zur Überwindung der 14-stufigen Eingangstreppe hergestellt, eine Maßnahme, die wegen der zunehmenden Gehbehinderungen bis hin zu der Notwendigkeit der Benutzung von Rollstühlen erforderlich war.

Nun im dritten Lebensabschnitt unserer Kurgäste musste unsere Kureinrichtung dieser Tatsache Rechnung tragen. Als Vorstufe zu einer Dauerwohneinrichtung haben wir vor drei Jahren die Möglichkeit der vorübergehenden Pflege in unserer Kureinrichtung geschaffen. Sobald die Pflege Kriegsblinder zu Hause nicht sichergestellt ist - z. B. bei Krankenhausaufenthalt des pflegenden Ehegatten, bei Urlaub der Pflegekraft -, können Kriegsblinde vorübergehend zu uns kommen. Unsere hauseigenen Pflegekräfte übernehmen Betreuung und Pflege.

Diese Möglichkeit der vorübergehender Pflege soll und muß nun erweitert werden. Dazu musste zunächst die Kureinrichtung baulich entsprechend angepasst werden. Dies ist inzwischen geschehen Es wurde ein Anbau errichtet für eine große Aufzugsanlage, mit der Rollstühle befördert werden können.

Und warum dieser Aufwand?

Jetzt im dritten Lebensabschnitt brauchen unsere Mitglieder Kriegsblinde Ehegatten und Kameradenwitwen mehr als nur eine Begegnungsstätte zur Erholung und Genesung. Jetzt brauchen sie eine Heimstätte, wo sie auf Dauer eine Bleibe finden, wo sie ihren Lebensabend verbringen können.

Eine solche Einrichtung soll in Brilon geschaffen werden. Das Projekt Seniorenwohn- und Pflegeeinrichtung soll im Jahre 2000 beginnen. Voraussetzung ist natürlich auch, dass bis dahin die verschiedenen behördlichen Genehmigungen vorliegen.

Als geradezu ideal stellen wir uns die Kombination vor, Kurgäste und Dauerwohngäste zu haben. Der ständige Wechsel durch Kur- und Erholungsgäste wird den Dauerwohngästen willkommene Außenkontakte verschaffen. Und die Kurgäste werden "alte Bekannte" wieder treffen. Die familiäre Atmosphäre, die unsere Kureinrichtung ohnehin auszeichnet, wird das ihre tun.

Wir wollen jedoch keine Pflegestation, wie sie so typisch geworden ist. Wir wollen, dass unsere Dauerwohngäste alle Annehmlichkeiten einer Kureinrichtung für sich in Anspruch nehmen können: Gepflegte Atmosphäre, immer wechselnde Kontakte, das umfangreiche Therapieangebot der Bäderabteilung, die Möglichkeit, sich, - falls gewünscht, - allein oder in Begleitung unseres Pflegepersonals auf den Blindenwanderwegen der Kureinrichtung zu bewegen. Und das alles in gesunder und frischer Hochsauerlandluft.

Ob als Kurgast oder auch künftig als Dauerwohngast, wir laden Sie ein, lernen Sie die Annehmlichkeiten unseres Hauses kennen, und wir sind sicher, Sie werden wiederkommen. 

 

Kontakt:
Kursanatorium für Kriegsblinde Brilon-Gudenhagen
Pulvermühle 2
59929 Brilon
Tel.: (02961) 74070
Fax : (02961) 740766

 

3. Dauerwohn- und Pflegestation Söcking

Der BKD hatte mit der Dauerwohn- und Pflegestation Braunlage bereits seit einigen Jahren Erfahrungen gesammelt. Da ermutigten vor allem zwei Überlegungen den Vorstand des LV Bayern mit Josef Lukas an der Spitze, über die Schaffung einer derartigen Einrichtung auch in Bayern ernsthaft nachzudenken.. Von vielen unserer Mitglieder wussten wir, wie schwer es, ungeachtet der künstlichen Unterscheidung zwischen hauswirtschaftlicher und persönlicher Betreuung ist, Menschen zu finden, die bereit und in der Lage sind. sich in Probleme hinein zudenken, die Blindheit an sich und in Verbindung mit hohem Alter verursachen. Nun, da sollte es dann doch wohl von Vorteil sein, wenn ein Neubeginn eben nicht irgendwo stattfinden müsste sondern an einem vertrauten Ort mit vielen schönen Erinnerungen.

Diesen Vorteil, so die Überlegung, konnte das Kriegsblindenkursanatorium Söcking sicherlich für viele bieten. Seit nahezu sieben Jahrzehnten hatten hier am Starnberger See Kriegsblinde des Ersten und später des Zweiten Weltkriegs Heilung und Erholung gesucht; zunächst in einem zu diesem Zweck umgebauten Bauernhof im damals noch ländlich und landwirtschaftlich geprägten Söcking, vor den Toren und hoch über der Stadt Starnberg, seit 1962 dann in einem als Kur- und Erholungseinrichtung konzipierten Neubau auf einem unmittelbar benachbarten Grundstück mit nach Süden ausgerichteten Gästezimmern, mit einer Bäderabteilung, mit Schwimmbad und Kegelbahn.

Wer zehn- oder fünfzehnmal oder noch öfter zu Kur oder Erholung denselben 0rt aufgesucht hat, kann sich auch vorstellen, diesen Ort gegen seine häuslich Umgebung einzutauschen, um den Lebensabend frei von Alltagssorgen verbringen zu können.

Für das Kriegsblindenkursanatorium Söcking bedeutete der Mitgliederrückgang beim BKD seit Jahren rückläufig Gästezahlen. Um unser Haus in Söcking dennoch als Kureinrichtung weiter betreiben zu können, kam eine neue Aufgabenstellung gerade zur rechten Zeit.

So konnte im Zusammenwirken der Bayerischen Kriegsblindenstiftung als Trägerin des Kriegsblindenkursanatoriums und dem LV Bayern daran gegangen werden, die unmittelbaren Vorbereitungen zutreffen.

Zur Betreuung der Bewohner wurde uns für je zwei Kriegsblinde eine Pflegeperson zugebilligt. Die räumlichen Verhältnisse mussten den Verlust der bisherigen großzügigen Wohnung oder gar des eigenen Hauses einigermaßen ersetzen. Der Bezug eines Zweibettzimmers an Stelle des Standardangebotes eines Einbettzimmers sollte gegen Aufpreis möglich sein. Obwohl die Dauerwohn- und Pflegestation ursprünglich für alleinstehende Kriegsblinde gedacht war, mussten wir doch sehr bald schon auch Ehepaare mit einem kriegsblinden Partner in unsere Überlegungen mit einbeziehen. Für sie schufen wir, sofern ein Zweibettzimmer nicht genügt, die Möglichkeit, einen über eine Verbindungstür erreichbaren kleinen Nebenraum hinzuzumieten.

Sämtliche Gemeinschaftseinrichtungen des Hauses sollten den Gästen der DWPS zur Verfügung stehen.

Vor allem aber ist es der vier Hektar große Park, der seit Jahrzehnten viele unserer Kurgäste immer wieder nach Söcking lockt und der deshalb die Annahme rechtfertigte, er werde seine Anziehungskraft auch auf die ausüben, die auf der Suche nach einem geeigneter Altersruhesitz sind. In ihm befindet sich ein rund zwei Kilometer langer Rundweg, der so eingerichtet ist, dass ihn blinde Menschen allein benutzen können.

Seitdem 1. November 1995 zeigt sich nun mit zunehmender Deutlichkeit, dass unsere vorbereitenden Überlegungen Planungen und baulichen Veränderungen richtig waren und angenommen werden. An diesem Tag ging die Dauerwohn- und Pflegestation Söcking mit zwei alleinstehenden Kriegsblinden in Betrieb. Sie ist seitdem stetig gewachsen und beherbergt nun sieben alleinstehende Kriegsblinde, vier Kriegsblinde mit ihren Ehefrauen und drei Kameradenwitwen. Zehn Kriegsblinden stehen nun sechs Pflegekräfte zur Verfügung.

Dass sich unsere Gäste in ihrer Dauerwohnstation wohl fühlen und eine ausgesprochen positive Einstellung zu ihr gefunden haben, dafür gibt es einige Beispiele: Bemerkenswert, wie geschmackvoll viele von ihnen, vor allem die vier Ehepaare, die sich alle für ein kleines Appartement entschieden haben, ihre Wohnung einrichteten. Erstaunlich, mit welchem Elan der erste Bewohner unserer Einrichtung, unser Kamerad Leo Miczajka (Jahrgang 1916), regelmäßig an den alljährlich vom LV Bayern in Söcking durchgeführten Bayerischen Skatmeisterschaften teilnimmt und nun schon zweimal gegen wirklich harte Konkurrenz den Titel errungen hat.

Wenn davon die Rede war, dass das Kriegsblindenkursanatorium Söcking seinen Fortbestand als Kureinrichtung der Dauerwohn- und Pflegestation verdankt, so muss nun auch noch davon gesprochen werden, wie umgekehrt die "Dauergäste", wie wir sie kurz bezeichnen, davon profitieren, dass die Dauerwohnstation Teil einer Kureinrichtung ist. "Varietas delectat", sagt der Lateiner, "Abwechslung macht Freude". Gemeint ist die ohne jeden Zweifel belebende Wirkung des monatlichen Wechsels der Kurgäste, zumal sich unter ihnen immer wieder gute Bekannte und Freunde aus früheren Kur- oder Erholungsaufenthalten in den verschiedenen Häusern des BKD befinden. Selbstverständlich sind unsere Dauergäste zu allen Veranstaltungen eingeladen, die im Rahmen des kurbegleitenden Programms oder der Fürsorgetagungen und der ‚.Söckinger Kulturtage im Haus stattfinden.

So sind nun "Kriegsblindenkursanatorium Söcking" und "Dauerwohn- und Pflegestation Söcking" rechtlich zwar durchaus voneinander unterschieden, für das Befinden und das Empfinden, aber der Dauer- wie der Kurgäste zu einer Einheit zusammengewachsen.

Freilich muss hier zum Schluss noch klargestellt werden, dass unsere Dauerwohn- und Pflegestation keine Pflegeeinrichtung im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes ist.

Ihr Name ist insofern irreführend. Pflege meint hier im wesentlichen die blindheits- und schädigungsbedingte Betreuung. Falls jedoch unsere derzeitigen Pläne Wirklichkeit werden, werden wir in Zukunft auch Pflegebedürftigen die Aufnahme in unserem Haus beziehungsweise das Verbleiben darin anbieten können.

 

Kontakt:
Kursanatorium für Kriegsblinde Söcking
Riedeselstraße 6
82319 Starnberg
Tel.: (081 51) 777-0
Fax: (081 51) 777333