Soziale Rehabilitation

  1. Was ist "soziale Rehabilitation"?
  2. Ziele der Rehabilitation
  3. Kostenträger
  4. Reha-Lehrgänge
  5. Wichtige Hinweise
  6. Kontaktadresse

1. Was ist "soziale Rehabilitation"?

Soziale Rehabilitation bedeutet, Kriegsblinden und Berufsunfallblinden einen möglichst hohen Grad an Selbstständigkeit und Unabhängigkeit zu sichern, also den Umgang mit neuen Hilfsmitteln zu trainieren und um ihre Kenntnisse und Fähigkeiten aufzufrischen und weiterzuentwickeln. ... zurück zur Übersicht

2. Ziele der Rehabilitation

Die Reha-Lehrgänge fördern nachweislich die Wiedererlangung und den Erwerb von Fähigkeiten und Kenntnissen; blindheitsbedingte Beeinträchtigungen sollen möglichst weitgehend überwunden werden: Dies geschieht durch das Einüben lebenspraktischer Fertigkeit, das Training mit Blindenhilfsmitteln traditioneller und moderner Art, durch Aktivierung und Mobilisierung des körperlichen und geistigen Leistungsvermögens, durch die Förderung und die Herausforderung der Fähigkeiten zur Kommunikation in Wort und Schrift, sowie durch das Vertrautmachen mit den Möglichkeiten der Nutzung von Computergestützten Lesesystemen und elektronischen Informations- und Kommunikationssystemen.

Rehabilitation ist kein Schulunterricht, sondern ein auf die Bedürfnisse und Interessen gestandener Menschen abgestimmtes Angebot, über dessen Umfang die Teilnehmer selbstständig und frei entscheiden.

Kurz gesagt: Rehabilitation vermittelt mehr Selbstständigkeit und Unabhängigkeit, mehr Sicherheit und Selbstbewußtsein und nicht zuletzt mehr Lebensfreude. ... zurück zur Übersicht


3. Kostenträger

Da nach heutigen modernen Erkenntnissen die blindentechnische Grundausbildung 12 bis 15 Monate dauert und die meisten Kriegsblinden nur in Kurzlehrgängen von 3 Monaten während oder nach dem 2. Weltkrieg eine blindentechnische Grundausbildung erhielten, erklärte die Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Hauptfürsorgestellen, dass jeder Kriegsblinde jedes Jahr wenigstens an einem Rehabilitationslehrgang teilnehmen kann. Die Hauptfürsorgestellen sehen in unseren Reha-Lehrgängen einen langandauernden Prozess, der mit jedem Jahr des Älterwerdens neue Rehabilitationsmaßnahmen rechtfertigt.
Die Hauptfürsorgestellen übernehmen die vollen Kosten der Lehrgänge für den Rehabilitanden und die Begleitperson und erstatten Reisekosten. Die Lehrgänge kriegsblinder Frauen gelten als berufsfördernde Maßnahme und werden ebenfalls ohne Rücksicht auf Einkommen und Vermögen finanziert.
Die Hauptfürsorgestellen verdienen Dank, dass sie bei der Förderung der Reha-Lehrgänge moderne und richtungsweisende Maßstäbe anlegen. Für die Übernahme der Kosten für Berufsunfallblinde sind entsprechend die Berufsgenossenschaften zuständig. ... zurück zur Übersicht


4. Rehabilitationslehrgänge - Programme und Termine

Diese Lehrgänge finden jedes Jahr statt. Für die genauen Veranstaltungsdaten wenden Sie sich bitte an die Mitarbeiter der Kurfürsorge (fwpingel@arcor.de).

  • Lehrgang zur sozialen Rehabilitation (Blindenspezifische Probleme und ihre Bewältigung): Ärztliche Eingansuntersuchung und Belastungsprüfung, Punktschrift für Anfänger und Fortgeschrittene, Maschinenschreiben (elektronisch oder mechanisch), alte und neue Rechtschreibung, Training der lebenspraktischen Fähigkeiten und Fertigkeiten, Geschichte europäisch betrachtet, Übung an PC-gestützten Lesesystemen und bereits zuvor genannte Inhalte. ... zurück zur Übersicht
  • Rehalehrgang für Kriegsblinde Frauen: Ärztliche Eingangsuntersuchung und Belastungsprüfung, Möglichkeiten und Grenzen des sozialen Rechtsstaates, spezifische Blindenhilfsmittel für Kriegsblinde Frauen, verbesserte Möglichkeiten des Erfahrungstausches, Informationen und Kommunikation, Erfahrungsaustausch der Pflegekräfte, Beiträge zur Haushaltsführung: moderne Haushaltsgeräte, Kochen, Backen, Wohnung, Garten, Körperpflege, Kosmetik, textiles Gestalten, Makramee, Sport, Spiel, Psychologie und bereits zuvor genannte Themen. ... zurück zur Übersicht
  • Rehabilitationslehrgang für Kriegstaubblinde: Ärztliche Eingangsuntersuchung und Belastungsprüfung, deutsch-deutsche Probleme, verbesserte Möglichkeiten des Erfahrungsaustausches, der Information und der Kommunikation, Anregungen und Erfahrungsaustausch der Pflegekräfte von Kriegstaubblinden, Einzel- und Gruppengespräche unter psychologischen Gesichtspunkten, aktive Freizeitgestaltung, Sport, Spiel und Geselligkeit, Ausflüge mit historischem oder kulturellem Hintergrund. ... zurück zur Übersicht
  • Lehrgang zur sozialen Rehabilitation (Gesellschaftsordnung - Sozialrecht - Blindenwesen): Ärztliche Eingangsuntersuchung und Belastungsprüfung, die Zukunft des geeinigten Deutschland in einem vereinigten Europa, Bundes- und Länderrecht in Zeiten des Umbruchs der Systeme, aktuelle Perspektiven auf dem Gebiet des Sozialrechts, Fragen zur Sicherung des Gesundheitswesens, Fragen und Probleme der Kriegsopferversorgung und -fürsorge, Fragen und Probleme der Berufsunfallblinden. ... zurück zur Übersicht
  • Rehalehrgang Gesellschaftsordnung, Sozialrecht (Informations- und Kommunikationstechnologie): Zur Struktur des Bundessozialgerichts, was bringt der Euro, Standort und Zukunftsperspektiven des BKD, Vorführung unterschiedlicher elektronischer Blindenhilfsmittel, Informationsmöglichkeiten für Nichtsehende im Internet, blindenspezifisches Training im Umgang mit elektronischen Informations- und Kommunikationsmitteln und bereits zuvor genannte Inhalte. ... zurück zur Übersicht
  • Rehalehrgang für blinde Ohnhänder: Ärztliche Eingangsuntersuchung und Belastungsprüfung, aktuelle Probleme aus den Bereichen Wirtschaft und Politik, Gedanken- und Erfahrungsaustausch, Einsatzmöglichkeiten elektronischer Blindenhilfsmittel für Ohnhänder, Spezialgymnastik, Wasser- und Bodengymnastik, autogenes Training, Musik, allgemeinbildende Vorträge, Erfahrungsaustausch und Gruppengespräche der Ehepartner und Pflegepersonen. ... zurück zur Übersicht
  • Lehrgang zur sozialen Rehabilitation (Blindenspezifische Probleme und ihre Bewältigung): Vergleichbares Programm, wie im Lehrgang Nr. 1, zusätzlich aber noch ein erweitertes Angebot an Aktivitäten, Themen und Vorträgen, die gemeinsam mit den Ohnhändern realisiert werden. Und wie immer auch Platz genug für Ihre besonderen Anliegen und Wünsche. ... zurück zur Übersicht
  • Lehrgang zur sozialen Rehabilitation für Senioren sowie für Kriegsblinde mit cerebralen Schädigungen: Ärztliche Eingangsuntersuchung und Belastungsprüfung, autogenes Training, Atemgymnastik, Rhythmik, Musiktherapie, Beschäftigungstherapie, Rechtschreibung, Schreibmaschine, Punktschrift, Sonderunterricht, medizinische Beratung und Betreuung, Gesprächskreise zum Gedanken- und Erfahrungsaustausch, besondere, den Schädigungsbedingungen angepaßte Arbeitsformen, aktive Freizeitgestaltung, Sonderveranstaltungen zum Thema: Biotechnologie und neue Möglichkeiten der Behandlung cerebraler Störungen und bereits zuvor angeführte Themenkreise. ... zurück zur Übersicht
  • Rehabilitationslehrgang für Kriegsblinde im Ruhestand: Ärztliche Eingangsuntersuchung und Belastungsprüfung, Themen zu Literatur, Geschichte und Geographie, Deutsch in Wort und Schrift, Hallengymnastik, Wassergymnastik, Gedächtnistraining, Englisch und Französisch als Fremdsprache, Anregungen zu sinnvoller Freizeitgestaltung, medizinische Vorträge, Themen aus den Bereichen Gesellschaft und Politik, Skat, Kegeln, Wandern, Gedächtnis bis ins hohe Alter, Rhetorik, Ausflüge mit historischem oder kulturellem Hintergrund und vieles mehr. ... zurück zur Übersicht
  • Rehalehrgang für hörgeschädigte Kriegsblinde: Ärztliche Eingangsuntersuchung und Belastungsprüfung, Gesprächskreise zum Erfahrungs- und Informationstausch, Beratung und Information durch HNO-Arzt sowie durch Hörgeräteakustiker, Hörtraining einzeln und in Gruppen, Literatur, Geschichte, Geographie und weitere Themenbereiche aus dem Bereich der sozialen Rehabilitation - unter besonderer Berücksichtigung der Hörschwierigkeit, Pflege der Geselligkeit - gerade bei Hörschwierigkeit. ... zurück zur Übersicht
  • Lehrgang zur sozialen Rehabilitation (Blindenspezifische Probleme und ihre Bewältigung): Ärztliche Eingangsuntersuchung und Belastungsprüfung, Blindenschrift, Schreibmaschine, Deutsch in Wort und Schrift, Vorstellung und Einsatz traditioneller sowie elektronischer Blindenhilfsmittel, Training lebenspraktischer Fertigkeiten wie Kochen und anderes, Wassergymnastik, Hallengymnastik, Atemgymnastik, Kegeln, Skat, und andere Freizeitaktivitäten, Pflege des geselligen Beisammenseins und viele bereits zuvor genannte Themen. ... zurück zur Übersicht

Für alle Lehrgänge gilt:
Bitte geben Sie Ihre besonderen Wünsche frühzeitig bekannt, damit wir angemessen darauf eingehen können. ... zurück zur Übersicht


5. Wichtige Hinweise

  1. Alle Lehrgänge zur sozialen Rehabilitation können bedenkenlos zu jeder angebotenen Zeit des Jahres in Anspruch genommen werden, denn das Standardprogramm ist in jedem der Lehrgänge gewährleistet und wird darüber hinaus durch Zusätze bereichert.
  2. Es ist seit langem eine unserer besonderen Stärken, dass wir wo immer nur möglich, auf persönliche Anliegen und Bedürfnisse eingehen - Sie müssen sie nur bei der Anmeldung oder zum Lehrgangsbeginn äußern.
  3. Wir legen auch besonderen Wert darauf, dass Ehefrauen, Lebenspartner und Begleitpersonen weitestgehend in alle Maßnahmen mit einbezogen werden, um auch deren Belange gebührend zu berücksichtigen.

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6. Kontaktadresse

Bundeskur- und Erholungsfürsorge
Heinrich-von-Kleist-Str. 2
48161 Münster
Telefon: 0 25 33 / 93 43 91
Telefax: 0 25 33 / 93 43 92
E-Mail: fwpingel@arcor.de